• Christoph Hahn

Ohne große Umschweife


Sekt sells, Sekt liegt voll im Trend - und das nach Papas und Opis Zeiten, als Schaumwein als Prickelbrause zur Eröffnung von Empfängen und ähnlichen Lustbarkeiten eine gaaaanz kleine Rolle am unteren Reand seiner Möglichkeiten. Mit dieser Art von Flüssigkleber aus der Großkellerei isses seit Jahren aber auch so etwas von vorbei - das hat es seit Jahren nicht mehr gegeben. Größen wie Raumland, Solter und Barth haben denWeg zum Neuen Deutschen Sekt geebnet, der außer Erfrischungsgetränk schon lange auch den Speisenbegleiter draufhat. Vor allem macht dieser Sekt neuen Typs nicht lange auf dezent und/oder lieblich, sondern bläht die Backen und zeigt seine Muskeln. So einer ist zum Beispiel der Riesling Brut von Rüdiger Flik aus Mainz, der sein Handwerk bei niemand Geringerem als Bernhard Huber in Malterdingen, genauer: im tiefen, tiefen Süden Badens gelernt hat.


Fliks Stoff hält sich nicht lange mit Honneurs auf und packt mir gleich mal mit voller Wucht die hefige Komponente des Aromas auf die Zunge und angrenzende geschmackssensible Körperzone. Ganz ohne Getue vorab, direkt und ohne Vorwarnung. Aber ein Riesling - mag er jetzt schäumen oder nicht - wäre kein Riesling, wäre kein Riesling, wäre da nicht die - in diesem Fall knackig dimensionierte - Säure. Und Frucht gibt es natürlich auch in Hülle und Fülle - als da wären: grüner Apfel, trockener weißfleischiger Pfirsich und etwas Zitrs.


In der Aromatik wie geschildert ziemlich zupackend bis latent bissig, hat Fliks Riesling Brut den Mundraum schnell ausgefüllt und macht sich dort breit, um erst mal zu bleiben. Von daher dann letzten Endes eher ein Solist. Für Begleitakkorde sollen dann halt doch eher die Anderen sorgen.


Preis ab Weingut: 12,50 Euro.

Im Internet: www.flik.de


 

(0163) 2069247

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