• Christoph Hahn

Mango, Maracuja und süßer Honigseim

Solaris – ist das nicht ein klassischer Science-fiction-Film von Andrej Tarkowskij? Oder ein polnisch-französischer Hersteller von Omnibussen? Stimmt alles – und doch wieder nicht: Solaris ist auch eine pilzwiderstandsfähige (PiWi)-Rebe, die hierzulande durch ihre frühe Reife und den hohen Zuckergehalt ihrer Trauben (100 Grad Öchsle bereits Anfang September sind die Regel) gerne für federweißen herangezogen wird.

Sascha Ebert aus Wintrich an der Mosel hingegen baut Solaris als auslese aus, wobei es natürlich keine Frage sein kann, dass er das so machen darf, denn seinem Bericht nach mögen seine Kunden diesen wein sehr. Und wenn er diese Nachfrage bedient, dann handel er dabei nicht nur als Winzer, sondern auch als kluger Kaufmann, der das liefert, was das Publikum verlangt. Trotzdem gibt es Anlass, diesen Wein bei allem schuldigen Respekt zu hinterfragen , denn zuerst ist mir eine breite Süße und ein ausgeprägter Mango-Geschmack.

Natürlich habe ich wenig gegen Mangos einzuwenden: Ihr Saft und ihr Fruchtfleisch sind mir jederzeit willkommen. Auch als Zutat zum traditionellen Lassi, einem Joghurtgetränk aus dem indischen Kulturkreis, weiß ich die Frucht zu schätzen. Nur in dieser Breite und Schwere mag ich sie nicht, wiewohl mir von meinem geliebten Riesling her dieses Aroma nicht zuwider ist. Aber vermengt mit einer Süße wie Honigseim – das ist mir dann doch etwas zu viel.

Den Kunden von Ebert möchte ich damit ihre Freude an diesem Wein nicht nehmen. Schließlich ist auch de Handel mit Wein einer der vielen Märkte der Möglichkeiten. da ist erlaubt, was gefällt.


Preis ab Weingut: 12 Euro.

Im Internet: www.weingut-ebert.de


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