• Christoph Hahn

Unter der Steinfrucht lauert die Limette


Vorbei sind die Zeiten, da viele Kabinettweine pappsüß waren und sonst nicht viel zu bieten hatten. Die Tropfen von heute zeigen sich burschikos, marschieren ohne große Umschweife auf die geschmackssensiblen Zonen im Mundraum los und setzen sich dort fest. Denn sie sind gekommen, um zu bleiben. Kabinett-Rieslinge von heute sind Weine mit Ecken und Kanten. Einer, der diesen Stoff genauso macht, ist Jungwinzer Felix Heimes (25) vom Weingut Würtzberg bei Serrig an der Saar.


Der Würtzberg ist quasi sein Hausberg. Mal sehen, was das Talent daraus so macht. Erster Schluck: Saftig ist das Zeug ja. Zweiter: Da steckt genügend salzige Mineralik und Säure drin. Der Stoff packt also vorab schon mal gehörig was auf den Tisch. Aber so richtig was auf bzw. in die Gosche gibt es erst im nächsten Waschgang - aaber dann, aber dann!

Dann zeigt sich, dass dem jungen Herrn Heimes sein Riesling noch etwas mit modernen (und klassischen) Weinen dieser Art gemeinsam hat: Frucht, Frucht und nochmals Frucht, dazu viel Saft, so viel, dass es kracht - will sagen: dem Stoff seine Innenspannung gibt. Die Frucht schmeckt im Übrigen gar nicht mal so gefällig, denn unter der weichen Steinfrucht lauert bissig die Limette.


Restzucker: 48,8, Säure: 8 Gramm/Liter.

Preis ab Weingut: 11 Euro.

Im Internet: www.weingut-wuertzberg.de


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