• Christoph Hahn

Trinkig und trocken


In meinem Kopf stecken viele Klischees. Eines davon besagt, dass mineralisch betonte Weine kantig, hart und sehr, sehr salzig schmecken müssen. Und dann kommt eine Moselwinzerin wie Eva Clüsserath-Wittmann vom Trittenheimer Weingut Ansgar Clüsserath daher und bietet mir mit "Steinreich" einen Riesling an, der alles andere als so ein eckiger Tropfen ist und mich durch seine Saftigkeit, Frucht und Zugänglichkeit beeindruckt. Gewachsen sind die Trauben für diesen frischen Wein, den ich hier in seiner 2018er Ausgabe vorstelle, auf einem sehr steilen Stück der Apotheke, jener weltweit bekannten Lage gegenüber dem Heimatort der Önologin.


Trinkig wirkt "Steinreich" vor allem durch seine weiche und für einen trockenen Wein überraschend opulente Frucht. Fast alle Aromen stammen aus dem weichen Bereich - als da wären: Birne, Honigmelone, aber auch ein Quentchen weißer Pfeffer und Salz - soviel Mineralität muss sein. Mit elf Volumenprozent Alkohol nebst acht Gramm/Liter Säure und sechs Gramm Restzucker nicht gerade ein Promille-Bolide und auch somit angenehm zu konsumieren.

Vor allem aber ist "Steinreich" ein neuer Grund, über die Langlebigkeit von trockenen Rieslingen nachzudenken und sie im Weinkeller ablagern zu lassen. In fünf Jahren jedenfalls dürfte dieser Stoff so richtig auf Touren gekommen sein.



Preis ab Weingut: 14,50 Euro.

Im Internet: www.ansgarcluesserath.de


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