• Christoph Hahn

Trinkfluss? Kein Problem!


In dieser Woche hat mir ein Sekt großes Vergnügen bereitet, und das ist der "Ludovico" des Dominikaner-Weinguts der Familie von Nell-Breuning in Kasel an der Ruwer unweit von Trier. Mit diesem Schaumwein huldigen die Eigentümer den Bezügen zwischen den ehedem in Bonn ansässigen von Breunings und dem Komponisten Ludwig van Beethoven (Großvater aus Köwerich an der Mosel).


Zuerst einmal hatte mich die Art und Weise, auf die das Mousseux sich auf der Zunge breitmacht und zu abertausenden Explosionen der Perlage auf den geschmackssensiblen Zonen des Mundraums führt, aus dem Schlaf des passiven Endverbrauchers geweckt und zum aufmerksamen Genießer gemacht. Aber dann die Frucht: Grüner Apfel und Zitrus sind die vornehmsten Aromen der Frucht, die sich auf einem dicken Kissen aus frischer Säure räkelt. Vor allem aber - und das ist das eigentlich Erstaunliche an diesem Brut - gibt es im Geschmack nicht die krachigen, staubigen Akzente wie getoastetes Weißbrot. Denn der "Ludovico" ist vor allem eines: ungeheuer saftig. Wie ein guter Riesling.


Diese Saftigkeit ist mir im Übrigen auch an einem Wein aus dem Basissegment, dem 2019er Ruwer Riesling feinherb, aufgefallen. Wie der Sekt läuft auch dieser Stoff wie von allein die Kehle herunter und die Aromatik wirkt auch verblüffend ähnlich. Ganz und gar unterschiedlich fällt der Nachklang aus: Der Wein macht es sich erst mal rund um den Gaumen gemütlich, bevor er dann doch noch geht.


Preis ab Weingut: 8,50 (Riesling feinherb), 15 Euro (Sekt).

Im Internet: www.weingut-von-Nell.de



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