• Christoph Hahn

Steirisches Winzer-Ehepaar führt Sloweniens Weinkultur in die Moderne


Slowenien ist das Land dazwischen, das Land in einer Dreiecksbeziehung aus abweisenden Alpen, kargem Karst und mediterraner Fülle. Slowenien ist nicht so ganz klar einzuordnen und auch die Trias aus romanischer, slawischer und germanischer Kultur bzw. deren Spurenelementen macht das nicht unbedingt leichter. Diese Dreideutigkeit bestimmt auch die Weine, die hier wachsen, und ihre Wahrnehmung durch Genießer in Weltgegenden fernab von hier. Es wächst halt manches aus der nahen Südsteiermark herüber, zum Beispiel der Sauvignon Blanc und es finden sich darüber hinaus Spurene der österreichisch-ungarischen Vergangenheit wie der Furmint, der hier genau so zu Hause ist wie im Land der Madjaren. Cuvées wie die nach der gleichnamigen Landschaft benannte Haloze, in der sich mit dem Welschriesling einer der Big Player der Steiermark mit Furmint und Sauvignon Blanc verbindet, stehen für das Uneindeutige dieser Weinkultur. Für mich war das Grund genug, mich mit den Autoren dieser Cuvée, Michael und Maria Gross, vor allem aber und in erster Linie mit ihren Weinen zu befassen.


Viel ist zu sagen über dieses Land und was auf ihm an Weinen wächst. Viel ist aber auch zu sage über die Menschen, die sich von der relativ randständigen Lage am Mantelsaum der alten Donaumonarchie nicht schrecken lassen und aus einer vergleichsweise komfortablen Lebenslage in der Südsteiermark den Schritt über die Grenze nach Neueuropa (zur EU gehört Slowenien seit dem 1. Mai 2004) wagen, um hier - wie Maria und Michael Gross - einen neuen Betrieb (www.vinogross.at) aufzubauen oder (wie hier: https://www.slovenia.info/de/aktivitaten/essen-und-wein/sloweniens-weine) alte Weingüter neu aufzustellen.

Auf dem Weg in die slowenische Kulturlandschaft begegnen wir im Übrigen manchem Bekannten. Welschriesling und Sauvignon Blanc gedeihen auch jenseits der österreichischen Grenze und der Furmint (siehe Traubenfoto oben) gehört bei den Winzer Ungarns zu den Eckpfeilen ihres Repertoires.


Aus dem Furmint hat Michael Gross zudem einen wunderbaren Sekt gezaubert, der mit 35 Euro (zu beziehen über www.gross.at) sicher nicht ganz billig ist, aber das Investment lohnt wie die Riesling- und Burgundersekte von Volker Raumland und Mark Barth. Diesen Schaumwein sollte der Konsument geziemend belüften - aber dafür gibt es dann reichlich: Eine erfrischende Frucht verbindet sich mit einer kräuterigen Note.


Sehr viel fordernder und karger im Geschmacksbild wirkt die Cuvée "Haloze" (12 Euro), benannt nach einer Landschaft im Südosten Sloweniens, ausgewogen und doch kontrastreich zusammengestellt aus den den drei eben genannten Rebsorten. Ein bisschen wild, ein bisschen kantig und mit einer Jahrhunderte langen Geschichte auf dem Buckel - in diesem Wein kann der Mensch Slowenien ebenso begegnet wie im Sekt - nur dass da der Strauß der Armomen ein gutes Stück floraler wirkt.


Die Winzer im Internet: www.vinogross.at

Den Sauvignon Blanc von Maria und Michael Gross habe ich mir schon galt gestelcngelt. Die Besprechung folgt binnen kurzer Zeit.


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