• Christoph Hahn

Spätlese trifft Kabi


Nennt sich Spätlese, schmeckt aber wie ein Kabinett: Die "No. 1" von Winzer Daniel Schmitz (www.weingut-roemerhof.de) aus Riol unweit von Trier erweist sich schon bald nach dem ersten Schluck als Riesling der trinkigen Art. Läuft die Kehle runter wie ein guter Kabi und durchtränkt die geschmackssensiblen Zonen im Mundraum mit kräftigen Aromen wie es eine Spätlese halt tut. Der Wein vom Lesejahrgang 2019 (11 Euro ab Weingut) tut jedenfalls eins nicht: Er langweilt nicht durch pappige Süße.

Das erinnert mich dann schon wieder an moderne Kabinett-Stilistik: Zu Gunsten der Frucht tritt die Süße in den Hintergrund. Statt dessen gibt es hier knackige Aromen: Steinobst, Zitrus, dazu eine Prise Schiefer-Mineralik. Klassische Mosel eben, und das aus einem Ort, den viele Genießer im Gegensatz etwa zu Trittenheim, Brauneberg oder Winningen nicht gerade auf der Karte haben.


Zum Hintergrund des Namens seiner Spätlese vom Mehringer Zellerberg weiß der Winzer Folgendes beizutragen: "Die Namensgebung "No.1" vom Zelleberg führen wir auf die alte Weinbaukarte von1868 mit der Besteuerung der besten Lagen zurück. Die Trauben von der No.1 ernten wir aus Weingärten, Gemarkung Lörsch, Lage Schillkopf, dieser kleine Riegel wurde mit dem höchsten Besteuerungssatz auferlegt, schon damals wusste man um die enorme Qualität dieser kleinen Lage. Bis heute ernten wir aus dem sehr steilen Schillkopf jedes Jahr hervorragendes Lesegut mit beachtlicher Qualität. Daher "No.1"."


Die inneren Werte: 76,5 Gramm/Liter für den Restzucker und 8,5 für die Säure.


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(0163) 2069247

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