• Christoph Hahn

Süße trifft Frucht und Schieferwürze


Sekt ist heute weit mehr als nur ein Prickelbrause zur Eröffnung oder Begleitung eines Beisammenseins. Dass sich diese Erkenntnis inzwischn im Bewusstsein vieler genussfreudiger Menschen festsetzt, ist nicht nur Branchen- und Wortführern wie Volker Raumland zu verdanken. Jungspunde wie der Winzer Lukas Bollig (27) aus dem kleinen Ort Wintrich an der Mosel sorgen mit dafür, dass dieser Trend sich festigt.

Ich habe mir als ersten Sekt aus seiner Kollektion den trockenen Riesling heraus gegriffen. Trocken - das bedeutet im Gegensatz zum Stillwein, dass dieser Schäumer durchaus

Restsüße mitbringt. Für mich ist das kein Problem - vor allem dann nicht, wenn die Süße von einer knackigen Säure aufgefangen wird, abgerundet von einer Prise Schieferwürze. Aber als ich vor einiger Zeit einen Riesling trocken von Bolligs Kollsegen Hubertus Reis besprochen hatte, hieß es: "Ein guter Sekt ist mindestens brut." Sehe ich anders, will sagen: Da gibt es keine Gebote. Ein Zéro Dosage wie der von Daniel Immich kann ebenso munden wie der Stoff von Bollig oder Reis. Aber vielleicht braucht auch hier die Szene ein wenig mehr Toleranz.

Nun ja: Bolligs Brut-Sekt ist zuerst mal mit handwerklicher Sorgfalt gemacht. Vor allem aber wirkt die Frucht sehr lebendig, frisch und saftig - das Herz des Ganzen. Das Mousseux fällt

ausgesprochen üppig aus. "Es perlt", wie Fernsehkomiker Oliver "Dittsche" Dittrich in seiner bis dato berühmtesten Rolle sagen würde.

Aufgrund seines rundherum einladenden Charakters ist Lukas Bolligs Sekt Riesling brut eine gute Wahl zum Einstieg in einen stets komplexer Bereich der Weinkultur. Freundlich und einladend wirkt auch der Preis: 9,50 Euro ab Weingut.


Im Internet: www.bollig-weingut.de




 

(0163) 2069247

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