• Christoph Hahn

Nicht gerade ein Ranschmeißer


Vielleicht ist der Riesling aus der Layet Nik Weis' persönlichster Wein. Sicher gehören dem Winzer aus Leiwen im Ockfener Bockstein, dem Piesporter Goldtröpfchen und anderswo einige der besten Parzellen in prominenten Lagen an Mosel und Saar. Doch die Layet, ein (oder vielleicht das) Filetstück im Mehringer Blattenberg, toppt das alles, denn die Layet hat etwas mit Weis' persönlicher Geschichte - sie ist über seine Ehefrau Daniela, eine Mehringer Winzerstochter, in das Portefeuille des Leiwener St.-Urbanshofes gekommen. Seither hat sie sich die Layet zur GG-Lage entwickelt, also Karriere gemacht. Make Layet great again, so in etwa.


Ist inzwischen schon passiert, auch dank der um info@weingut-walter.detdie 90 Jahre alten Rebstöcke auf Weis' Grund und Boden dort. Und diese hochbetagten Reben bringen Jahr für Jahr ein Traubenmaterial mit einem stark konzentrierten Aroma, bei dem sogar fruchtsüße Rieslinge wie die mit respektablen 70 Gramm Restzucker und acht Gramm Gramm pro Liter Säure auf die Flasche gefüllte 2019er Spätlese keineswegs vordergründig süß schmecken.

Darum charmiert mich dieser Stoff auch vor allem wegen seiner ausgeprägten Schiefermineralik. Die drückt dem Wein durchaus ihren Stempel auf, und es kann durchaus sein, dass jemand nicht bemerkt, dass sich dahinter eine sehr saftige Steinobst-Frucht anschleicht. Ein wenig tricky gibt sich die Spätlese schon und mit ihren Qualitäten platzt sie auch nicht gerade heraus. Null komma garnichts springt dich hier an, von der ausgeprägten Salzigkeit, bei der ich an die Weine von Moritz Haidle aus Stetten östlich von Stuttgart denken musste, einmal abgesehen.


Aber Spätlesen, die nicht groß herumplärren oder mit ihren Aromen protzen, sind mir eh die liebsten und der Winzer darf vom Käufer dieses Erzeugnisses ruhig erwarten, dass er sich Zeit nimmt und in aller Gemütsruhe auf den Stoff einlässt. Aber zur vollen Gefechtsstärke hat sich dieser Riesling von der Layet vermutlich erst in ein paar Jahren entwickelt.


Preis ab Weingut: 27,50 Euro.

Im Internet: www.nikweis.com




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