• Christoph Hahn

"Less is more" gilt auch im Fass

Dass es jetzt wieder etwas über einen Riesling Kabinett zu lesen gibt, wird den geneigten Leser kaum wundern, denn gerade so ein Stoff trinkt sich doch sehr angenehm - womit natürlich nichts gegen Spätlese & Co. gesagt sein soll. Gute Tropfen aus diesem Bereich sind Gottseidank nicht gerade selten. Aber kaum jemand versteht diesem Stoff so viel Glanz und Eleganz mitzugeben wie Thomas Haag vom Weingut Schloss Lieser. Was leider aber auch bedeutet: Dieses hochfeine Zeg ist schon lange, lange ausverkauft, aber mit ein bisschen Glück noch bei gut sortierten (Online-)Händlern zu haben.


Was insofern wieder verwunderlich ist als Haag den Wein keineswegs auf ein vogelwild breites und schillerndes Spektrum von Aromen trimmt. Eher tut der Meister aus Lieser, Spross einer prominenten Dynastie von Winzern aus Brauneberg am Moselufer gegenüber, das Gegenteil. Der 2019er Kabi aus der Brauneberger Juffer lebt nicht gerade davon, dass Haag im Keller den Wein ein Gaumenspektakel einimpft. Tut er nämlich nicht, sondern schleift das, was er der Juffer abgerungen hat, konsequent auf ganz wesentliche Merkmale zurecht: Salzige Schiefer-Mineralität plus sehr feine Cassis-Frucht sorgen hier für ein Geschmacks-Erlebnis quasi im Kammerspiel-Format. Größe ohne Tamtam gleichsam.


Gewachsen sind die Trauben für diesen kaum vordergründig süßen, dafür aber sehr saftigen Kabi (so dürfen ihn seine Freunde nennen) an zwischen 30 und 80 Jahre alten Rebstöcken auf dem Blauschiefer der Juffer, einer der gaaaaanz bedeutenden Lagen der Mosel. Der Restzucker-Gehalt liegt bei 59 Gramm pro Liter, die Säure bei 9,1.


Im Internet: www.weingut-schloss-lieser.de

Interessanter Artikel zum Thema "Riesling Kabinett": https://www.weinland-mosel.de/Assets/WeinlandMosel/Aktuelles/Kabinett_Wettbewerb.pdf

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