• Christoph Hahn

Keine Angst vor süßen Weinen!

Es gibt halt die Weine, da brauchst du eigentlich nur auf die Kapsel zu gucken und du weißt: Jetzt gibt es Spaß ohne Ende. Zum Beispiel wenn ich das den Namen Karl Erbes lese: Dann weiß ich, ich bekomme Ürziger Würzgarten vom Feinsten, ein bisschen breiter und um einiges süßer als das den Damen und Herren von der Mainstream-Fraktion recht ist. Moden machen Vater Karl und Sohn Stefan Erbes nicht mit; Trends sind nicht ihr Geschäft. Der Mangel an Aufgeregtheiten bekommt dem Wein ausgezeichnet.


Dem historisch durchaus begründeten und belegten Feindbild von der "belegenden" Süße, die nichts neben sich duldet, widerlegt die 2018er Riesling Spätlese aus dem Ürziger Würzgarten von Erbes quasi aus sich selbst heraus. Denn der Konsument schmeckt nicht nur einen ganzen Obstkorb voller tropischer Früchte, sondern auch die feine Mineralität des roten Schiefers, der nur selten sonst an der Mosel zu Tage tritt. Die Süße tritt da fast schon in den Hintergrund und ist eher so etwas wie die mitschwingende Saite auf einem alten Instrument, die nicht selbst angeschlagen werden muss um dennoch zu erklingen.

Diese Spätlese ist also ein ganz schön komplexer Riesling und alle Eindimensionalität weit weg von hier. "Ein Maul voll Wein": Diese Redensart bestätigt sich hier einmal mehr.


Preis ab Weingut: 10 Euro.

Der Winzer im Internet: www.weingut-karlerbes.de




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