• Christoph Hahn

Kein Wein für einen Schluck

Aktualisiert: Jan 18


Feinherb ist für mich eher schwierig. Kann aber anders kommen. Trocken war mir früher ein Graus. Süß knallt noch immer am schönsten. Besser kommt nur Sekt. Führt aber alles nicht zum Ziel. Beim 2016er Fass 15 aus der "Stirn" geht das sehr schnell. Der Stoff aus dem Keller von Florian Lauer in Ayl an der Saar kracht förmlich vor Saft: Blutorange, Pink Grapefruit und alles was so an Zitrusfrüchten den Durst löscht, die Aroma-immanente Bitternote mit inbegriffen. Van Volxem hin, Scharzhof her - Lauer gehört für mich zu den Top-Winzern an der Riesling-Küste zwischen Serrig und Konz.

Dieser mit 9,5 Volumenprozent Alkohol recht leicht aufgestellte Stoff macht Wein in einer Weise spürbar, technisch völlig up-to-date, aber in seiner Wirkungsweise sehr ursprünglich: Bevor dieser Tropfen kunstreich eine Mahlzeit begleitet, bietet er erst einmal den Sinnen Labsal und erfrischt den Leib. Seine herbe Note verhindert, dass die Sinne vorschnell gesättigt werden - zumal dieser Stoff von der Natur mit dem nötigen Quantum Säure ausgestattet worden ist. So entsteht das, was sich jeder Winzer wünscht: der Trinkfluss und das Verlangen nach mehr, mehr, mehr.


Die Reife (vier Jahre sind für einen Riesling ja kein Alter) macht sich bei diesem Wein eigentlich kaum bemerkbar, jedenfalls nicht störend. Die herben Zitrusaromen bleiben das Leitmotiv dieses Stoffes - und das ist auch gut so.


Im Internet: www.lauer-ayl.de

Die inneren Werte: 36 Gramm/Liter Restzucker, 9,5 Säure.

Ab Weingut ist dieser 2016er schon lange nicht mehr zu haben, bei einigen (Online-)Weinhändlern aber für um die 30 Euro gelistet. Beim Winzer (bitte nachfragen) kommt als nächster Jahrgang der 2020er für 29 Euro in den Verkauf.



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