• Christoph Hahn

Kein harmloses Säftchen


Zum Abschied aus dem aktiven Teil des Sonntags (nach drei Artikel muss auch mal Schluss sein) habe ich ordentlich Lust, mal etwas tendenziell Vogelwildes zu machen und nehme mir ein Getränk vor, dass mit dem klassischen Wein nur diese eine Silbe gemein hat: Apfelwein, hier von Jan Philipp Bleeke aus Piesport. Bleeke, im Zivilberuf Mitarbeit auf dem Staffelter Hof in Kröv, hat vor allem durch seinen originellen wirtschaftlichen Ansatz (siehe www.jpbwinemaking.com) gebürtige Bielefelder richtig was. Sein Cidre ist jedenfalls alles Mögliche - nur eines nicht: gefällig.


Vieles an diesem Viez (so heißt dieses Getränk an der Mosel, im Saarland und in der Südeifel, siehe www.viezstrasse-online.de) wirkt auf mich so, als habe hier jemand Naturwein aus einem anderen Materialen als aus Trauben zu machen. Wilde Hefen, keine Schönung, keine Süßung. Take it or leave it, nimmm es oder lass es bleiben. Der Grundgedanke wirkt klar, die Wirkung kompromisslos. Das hier ist kein harmloser Saft mit moderatem Alkoholgehalt zum Runterschlabbern; das hier ist ein ziemlich wilder (will sagen: ordentlich sauerer) Stoff. Das hier ist ein Wein aus Äpfeln und Birnen mit Ecken und Kanten, eeiner, der sich fordernd gibt und auch so auftritt. Schmeicheleien für den Gaumen? Nicht mit Bleeke!


Preis ab Weingut: 10,50 Euro.

Im Internet: www.jpbwinemaking.com





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