• Christoph Hahn

Frrrranggen holt auf


Dass die Massenware aus der Großkellerei und in den Regalen der Discounter so ganz und gar nichts mit dem zu tun hat, was Sekt wirklich kann - diese Erkenntnis scheint sich immer mehr auch beim breiten Publikum zu setzen. Das liegt natürlich mit an bedeutenden Winzern wie Volker Raumland, Mark Barth und Christoph Graf (Schloss Vaux, Eltville/Rheingau). Aber nicht nur: Auch das Sektgut von zwei mutigen jungen Leuten, wie Laura Burkhardt und Sebastian Schür aus dem fränkischen Bürgstadt es sind, durchstößt mit Schaumweinen weit jenseits des Mainstreams Konventionen und Vorurteile, demzufolge das mehr oder minder sanft im Kelch oder in der Flöte dahinperlende Getränk nichts weiter ist als eine harmlose Prickelbrause mit Alkoholgehalt zur Eröffnung eines geselligen Beisammenseins oder einer ähnlichen Lustbarkeit.


Auf einen Sekt förmlich hin zu kochen - das gehört auch und gerade für einen Zwei-Sterne-Küchenkünstler wie Thomas Schanz aus Piesport an der Mosel zum Bereich des für ihn Selbstverständlichen. Wobei sich Sekte wie die von Burkhardt und Schür weder vor Gault&Milliau-Kochmützen klein machen. Denn der neue Sekt macht sich vor nichts klein. Wobei der Blancs de Noir Brut aus Frrrrranggen mit seinen Genießern ein vertracktes Spiel treibt: Beim ersten Schluck aus dem frisch gefüllten Glas wirkt er noch spitz und verschlossen.


Also den Sekt erst mal gut belüften. Dann macht der Kamerad nämlich doch noch auf und teilt sich nicht nur über sein gar nicht mal so furchtbar dichtes Mousseux (will sagen: den Schaumteppich), sondern auch über fruchtige Aromen und eine blumige Nase mit, auch wenn er bei der ersten Riechprobe vielleicht noch ziemlich hef(t)ig wirken mit. Aber, wie gesagt: Frischlust ist auch hier Trumpf.


So nimmt denn das sekttechnisch auf den ersten Blick schwach sortierte Franken doch noch an dieser anderen rundum friedlichen deutschen Revolution teil. Es bewegt sich was in Deutschland - unter anderem durch Laura Burkhardt und Sebastian Schür.


Preis ab Weingut: 24 Euro.

Im Internet: www.burkhardtschuer.de




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