• Christoph Hahn

So langsam kommt er auf Touren

Aktualisiert: 9. Dez 2020


Es liegt eine gewisse Logik darin, erst die 2018er Auslese aus dem "Anrecht" und dann die 2008er Spätlese aus der Parzelle "Schmitt" zu besprechen. Denn beide Gewanne oberhalb des Moselortes Zeltingen-Rachtig gehören zu den Paradelagen des an solchen Filetstücken nicht gerade armen Weinguts Selbach-Oster. Aber der Witz der Sache? Der liegt vor allem darin, nach einem Riesling im Babyalter einen Wein zum Zeitpunkt einer fortschreitenden Reife zu betrachten.


Dass Johannes Selbachs Weine (wie heute auch die seines Sohnes Sebastian) nicht fürs schnelle Runterschlabbern, sondern für eine seeeeehr laaaaaaange Zeit gemacht sind, versteht sich noch von selbst. Zum einen sind diese Winzer zu erfolgreich und demzufolge zu selbstbewusst, um dann noch sich an Zeitgeist und Lifestyle zu klammern. Selbachs Rieslinge kann der Mensch ein paar Jahre ins Regal legen und dort erst mal vergessen. denn dieser Stoff macht's im Ernst- und Bedarfsfall länger als unsereins auf Erden.


"Schmitt" ist ein Riesling, der vielen Menschen vieles sein kann. Das hat nichts mit Glätte oder Gefälligkeit zu tun, sondern mit einer sehr freundlichem Aromatik, die von Steinobst und leicht herbem Honig bestmmt wird. Doch die bezwingende Momente sind die nach wie for erfrischende Säure und die ausgeprägte Saftigkeit diese Stöffchens. "Trinkig" heißt das an der Mosel. Oder auch "saufig".


Restzucker 77 Gramm, Säure 7,2 Promille

Preis ab Weingut: 28 Euro.

Im Internet: www.selbach-oster.de

Passt u.a. zu Schinken, gereiften Hartkäsen und schärfebetonter asiatischer Küche.

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(0163) 2069247

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