• Christoph Hahn

Ein Wein für viele Fälle


Seit einiger Zeit stelle ich hier Brot-und-Butter-Weine vor, und das hat sowohl mit der Einsatzmöglichkeit beim Alltagsessen als auch mit dem erschwinglichen Preis zu tun. Der trockene Riesling „Blauschiefer“ von Alex Loersch aus dem Leiwener Ortsteil Zummethöhe hoch über dem Ufer der Mosel (ähnlich wie Graach und Schäferei) kostet gerade mal 8,00 Euro ab Weingut. Getestet habe ich den 2019er zu einem so urrheinischen Gericht wie Kartoffelreibekuchen mit Apfelmus.

Mit der gehaltvoll-fettigen Süße des in Fett ausgebackenen Gemischs aus Kartoffel-, Möhren- und Zwiebelstreifen wird dem Herrn Loersch seiner ziemlich gut fertig – schon wegen seiner sehr lebendigen, frische Säure, die zur Saftigkeit dieses Weines ihren Teil beiträgt. Das alles wäre aber banal und sehr wenig magenschonend, wäre da nicht noch ein leichte Süße und vor allem die Frucht.


Um die zu ergründen, muss sich der Genießer unbedingt Zeit und dem Wein Gelegenheit zum Atmen lassen. Denn nach der dezent deftigen Sponti-Nase schmeckt ein Konsument erst mal feine Kräuterwürze und ein ebenso filigranes Beeren-Aroma. Nach einigen Minuten aber kommt immer mehr ein elegantes Cassis-Aroma, so wie es sich vor allem bei vielen Rieslingen von alten Reben findet, hoch. Das wiederum sorgt nicht nur bei der Begleitung von Speisen (der Winzer nennt auf seiner Weinliste auch Spaghetti und Fisch), sondern auch beim genüsslichen Solotrinken für ein Geschmackserlebnis.

Restzucker- und Säurewert: 7 Gramm/Liter Restzucker, 7,5 Gramm/Liter Säure.

Der Winzer im Internet: www.weingut-loersch.de

44 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen