• Christoph Hahn

Ein Sekt für viele Fälle


Rosé-Sekte hat es in diesen Jahren schon einige für mich gegeben. Der erste war, wenn ich mich recht erinnere, der von den mittelbadischen Winzergenossen in Durbach bei Offenburg. Der von den den Kollegen in Mayschoß an der Ahr kam inzwischen dazu und der von Barth aus dem Rheingau. Der von Raumland steht noch kühl und dunkel. Und auch ohne Perlage lasse ich den Rosé gerne ins Haus, zum Beispiel den von Nik Weis aus Leiwen an der Mosel oder die Variante von Otger und Oliver Schell aus Rech an der Ahr. Jetzt hat mein Freund und Kollege Ansgar die 2019er Kollektion von Daniel Schmitz (Weingut Römerhof) aus Riol bei Trier gelobt. Für mich war das Anlass, auch dessen Sekte mal unter die Lupe zu nehmen.


Riol ist ein Ort nach meinem Geschmack. Unweit des Autobahn-Dreiecks Moseltal gelegen, weist er wie auch unter anderem Klüsserath keine große touristische Infrastruktur auf. Da lenkt nichts von wein ab. Daniel Schmitz wiederum ist ein junger Winzer, dem der Gast und Beobachter deutlich den Ehrgeiz anmerkt. Doch als wir ihn mit einigen Kollegen besucht haben, waren wir durch die Bank enttäuscht und das böse Wort vom Weinfehler machte die Runde. Gerade deshalb war mir daran gelegen, die Sache Schmitz noch mal auf meine Agenda zu setzen. Denn für eine grundsätzliche Einschätzung stellt eine die Kollektion eines einzigen Jahres keine Basis dar.

Also frisch auf und ran an den Speck bzw. den Sekt. Sekt sells, könnte ich auch formulieren, denn Sekt, deutscher Winzersekt, hat im Sortiment einen höheren Stellenwert als zuvor. Das liegt vor allem daran, heute nicht mehr nur als Aperitif oder willkommenes Getränk bei gesellschaftlichen Ereignissen anzusehen. Wir haben gelernt, dass Sekt mehr kann als nur zu erfrischen – obwohl das schon ein sehr angenehmer Effekt ist. Schmitz‘ Burgunder-Cuvée überzeugt mich vor allem durch ihre vielschichtige Fruchtigkeit. Mit Süße hat das nicht zu tun, wohl aber mit zupackenden Aromen wie denen von Blutorangen und Pink Grapefruit. Eine harmlose Prickelbrarisuse ist dieser Schaumwein also ganz bestimmt nicht.

Wozu aber diesen Sekt mit dem zitrussauren Biss einsetzen? Erfrischung kann der Schäumer ganz gut, gerade wegen seiner Bitternote, die bei dieser Cuvée aus Weißburgunder und Blanc de Noir vom Spätburgunder allerdings weniger herb er scheint als bei dem würziger wirkenden Brut-Sekt von Martin Korell (Nahe) oder dem Rosé der Winzergenossenschaft Durbach (Baden). Da aber hochwertige Sekte als Menübegleiter wachsende Akzeptanz finden, würde ich diesen Stoff auch jeglicher Schärfe-betonten Küche mit Chili und Ingwer zur Seite stellen.

Preis: 13,50 Euro ab Weingutes

Im Internet: www.weingut-roermerhof.de

 

(0163) 2069247

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