• Christoph Hahn

Ein Riesling kommt auf Touren

Ich mag Wein. Ich mag Vielfalt. Und ich mag, dass es viele verschiedene Arten gibt, von Wein zu erzählen. Darum erzähle ich hier mal von einem Wein, von dem ich anderswo schon mal erzählt habe. Weil Wein nämlich viele Geschichten erzählt. Zumal wenn er in die Jahre zu kommen beginnt. Wie der 2016er Rotschiefer vom Weingut Würtzberg in Serrig an der Saar.

Zu haben ist dieser Riesling schon länger nicht mehr. Das macht hier aber auch nichts. Viele andere Schätze reifen in anderen Kellern noch länger heran. Der Stoff hier aus dem Keller der Familie von Jungwinzer Felix Heimes kommt ja auch erst aus seinen Kinderjahren in die Jugend. Das heißt aber auch: Jetzt beginnt er/es spannend zu werden.

Jedenfalls zieht schon der Goldton des Weines meine Aufmerksamkeit aufs Glas. So dunkel, so voll: Da muss doch noch mehr hinter sein. Ist ja auch der Fall, denn beim ersten Kontakt über die Nase rieche ich die typischen warmen, weichen Alterstöne. Auf der Zunge kommt mir der Rotschiefer dann ausgesprochen herb. Viel Salz, dazu der Saft von Grapefruit und Zitronenzesten. Aber vor allem viel Saft. s

So muss Riesling, denke ich mir da nur. Und im Übrigen gibt es nur einen Wermutstropfen: Zumindest beim Winzer gibt es den Wein nicht mehr. Macht aber nix. Ich kann ja davon erzählen.

Und was lehrt uns die Geschichte? Zum Beispiel: Lasst Eure Rieslinge in Ruhe reifen. Auch die trockenen. Sie lohnen es Euch reichlich. Mit Geschichten wie diesen. Und noch vielen anderen mehr.

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