• Christoph Hahn

Der Blanc de Noir sagt's durch die Blume

Aktualisiert: Feb 28



So langsam kommt das Frühjahr 2021 um die Ecke und mit ihm die ersten ernst zu nehmenden Weine des Lesejahrgangs 2020. Auf den "Quant", den Riesling von Meisterhand aus dem Weingut Loewen in Leiwen für den alltäglichen Schluck, muss ich aber noch ein paar Wochen warten. Darum habe ich mir jetzt mal schon aus purer Neugier den trockenen Blanc de Noir vom Spätburgunder aus dem Keller von Peter Kriechel in Ahrweiler aus dem Keller geholt.

Natürlich bin ich jetzt nicht so bescheuert, damit anzufangen, einem ganzen Jahrgang die Diagnose oder nur eine Andeutung in diese Richtung zu machen - nix da! Aber der BdN von den Kriechels liefert immerhin etwas, was im Land der Fleischhasser Gottseidank immer noch als politisch mindestens ebenso inkorrekt gilt: Die Freude am bewussten Verzehr von Alkohol. Dazu gehört es, dem guten Stoff im großen Rotweinglas eine Weile Luft ziehen zu lassen.

Die Luft schließt den BdN auf. Der ist weder ein süßes Ding noch ein Säuerling, sondern eher nichts von allem. Nach zehn Minuten im Glas fiel mir in der Nase die florale Note (vor allem Veilchen) auf, ein wenig Erdbeere auch, aber nicht sehr viel und nicht so, dass es lange kleben bleibt. Auf der Zunge erstaunt und erfreut mich die kräuterige Note; die Säure wirkt relativ moderat.


Dieser Blanc de Noir mutet leicht an, ohne deswegen leichtgewichtig zu sein. Zwölf Volumen-Prozent Alkohol sind schließlich schon einen Kampfansage, wenngleich nicht von der Durchschlagskraft Südtiroler oder südafrikanischer Allolo-Bomben. Geht in Ihauf der Terrasse oder zum Fischtatar. Das darf dann aber nicht zu heftig mit Knoblauch gewürzt sein. Sauerrahm und andere feine Sachen kriegt der Weißgekelterte von der Ahr aber mühelos zu packen.


Preis ab Weingut: 8,50 Euro.

Der Winzer im Internet: www.weingut-kriechel.de

Die inneren Werte: Daten zu Restzucker und Säure habe ich nachgefragt.

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