• Christoph Hahn

Das Beste kommt zum Schluss


Tausende von Menschen benutzen täglich das Autobahn-Dreieck Moseltal, doch die wenigsten von ihnen verlassen an einer der angrenzenden Abfahrten ihre Route. Dabei haben Longuich und sein Ortsteil Kirsch viel mehr zu bieten als breite Wege für die schnelle Reise nach anderswo – die Weinbergshäuschen des italienischen Stararchitekten Matteo Thun zum Beispiel. Nicht weit davon liegt das Gut Hansjosten. Von dort kommt ein Sekt, der 2017er Riesling brut vom Herrenberg, der für 9,50 Euro ein unkompliziertes Trinkvergnügen beschert.


Der Stoff begrüßt den Genießer mit einer hefigen Nase, wobei sich die Perlage bis zum letzten Schluck hin relativ zurückhaltend bleibt. Zugleich zeigt sich wieder einmal, dass dem Winzersekt recht sein muss, was dem Rotwein billig ist: die ausreichende Belüftung nämlich. Sie schließt den Geschmack vollends auf, so auch hier. Ein Biss in einen frischen Apfel, Zitronenabrieb und andere Feinheiten mehr machen sich bemerkbar, auch eine zarte Süße.

Wegen dieser Charakteristika ist dieser Sekt als Aperitif sicher keine Verlegenheitslösung. Quiche Lorraine und Zitronentarte müsste er aber auch ebenso gut können.


Preis ab Weingut (2018er): 9,50 Uhr. Der 2017er ist bereits ausgetrunken.

Der Winzer im Internet: www.weingut-hansjosten.de


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